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Kommunales Kino Oberkirch
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Programm

19.11.2019 - 20:00

WAS WERDEN DIE LEUTE SAGEN? D/Nor/Swe 2017; R: Iram Haq

Die fünfzehnjährige Nisha lebt ein Doppelleben. Zuhause gehorcht sie strikt den Traditionen und Werten ihrer pakistanischen Familie. Draußen mit ihren Freunden verhält sie sich wie ein ganz normaler norwegischer Teenager. Doch als ihr Vater sie mit ihrem Freund erwischt, kollidieren ihre beiden Welten brutal. Nisha wird von ihren Eltern gekidnappt und nach Pakistan gebracht. Sie hat Angst und fühlt sich allein in der Fremde. Aber Stück für Stück entdeckt sie das Land und die Kultur ihrer Familie.

WHAT WILL PEOPLE SAY ist ein emotionaler Film über Liebe und Courage und darüber, seinen eigenen Weg zu finden. Und es ist eine komplexe Geschichte über die Liebe zwischen Eltern und Kindern und wie schwer es manchmal ist, beide Seiten zu verstehen.

Ein Mädchen zwischen moderner Gesellschaft und patriarchaler Familientradition: Die norwegisch-pakistanische Regisseurin Iram Haq greift in ihrem Spielfilm auf eigene Erfahrungen zurück und ringt dem plakativen Thema eine sehr differenzierte Darstellung ab.

 

21.11.2019 - 20:00

DAS WUNDER VON MALS, A 2016, R. Alexander Schiebel

Pestizide! Überall auf der Welt sind sie auf dem Vormarsch. Überall? Nein! Ein von unbeugsamen Vinschgern bewohntes Dorf in Südtirol hört nicht auf, diesem Eindringling Widerstand zu leisten. Mals will zur ersten Gemeinde Europas werden, die den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft verbietet. In einer Volksabstimmung entscheiden sich 76 Prozent der Bewohner für eine Zukunft ohne Glyphosat & Co.

Eine 5000-Seelen-Gemeinde, angeführt von einem Dutzend charismatischer Querdenker, fordert damit eine übermächtige Allianz aus Bauernbund, Landesregierung und Agrarindustrie zum Kampf.

Der Film zum Thema: Das aktuelle Volksbegehren Artenschutz "Pro Biene" sorgt in BW für konroverse Diskussionen aber auch für die notwendige Auseinandersetzung mit dem Thema Pestizide. Kommunales Kino, PAuLA und BUND leisten mit "Das Wunder von Mals" einen weiteren Beitrag zur Bewußtseinsbildung.

 Wir zeigen den Film im Kath. Gemeindezentrum in Oberkirch (Kirchplatz). Der Eintritt ist frei.

03.12.2019 - 20:00

DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG; D/Fin 2017, R. Aki Kaurismäki

Khaled (Sherwan Haji), ein junger Syrer, gelangt als blinder Passagier nach Helsinki. Dort will er Asyl beantragen, ohne große Erwartungen an seine Zukunft. Wikström (Sakari Kuosmanen) ist ein fliegender Händler für Männerhemden und Krawatten. In der Mitte des Lebens angekommen, verlässt er seine Frau, gibt seinen Job auf und profiliert sich kurzfristig als Poker-Spieler. Von dem wenigen Geld, das er dabei gewinnt, kauft er ein herunter-gewirtschaftetes Restaurant in einer abgelegenen Gasse von Helsinki. Als die finnischen Behörden entscheiden, Khaled in die Ruinen von Aleppo zurückzuschicken, beschließt er, illegal im Land zu bleiben. Wikström findet ihn schlafend im Innenhof vor seinem Restaurant. Vielleicht sieht er etwas von sich selbst in diesem ramponierten, angeschlagenen Mann. Jedenfalls stellt er Khaled als Putzkraft und Tellerwäscher an. Für einen Moment zeigt uns das Leben seine sonnigere Seite, aber schon bald greift das Schicksal ein. Der Ausgang des Films bleibt offen, er führt entweder in ein respektables Leben oder auf den Friedhof. Für in die Enge getriebene Menschen bietet beides Vorzüge.

DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG erzählt davon, dass jeder Melancholie ein fast rebellischer Zug der Hoffnung innewohnt. Und zeigt das Leben als Wechselspiel von ständiger Sehnsucht und schwankender Hoffnung, von fast märchenhafter Menschlichkeit und kaltem Realismus. Aki Kaurismäkis Filme sind bekannt für ihren lakonischen, skurrilen und minimalistischen Stil. Seine Helden waren immer die "kleinen Leute": Außenseiter, Arbeiter und Arbeitslose – die Verlierer der Gesellschaft. Seit LE HAVRE hat Kaurismäki den Kosmos seiner filmischen „Underdogs“ um eine globale Komponente erweitert. Um diejenigen, die auf der Flucht sind und jetzt in der sozialen Hierarchie ganz unten stehen.

Aki Kaurismäki wurde auf den 67. Internationalen Filmfestspielen Berlin mit dem Silbernen Bär für die Beste Regie ausgezeichnet!

Er hat es wieder getan. Hat wieder gesagt, dies sei sein letzter Film, bei der Berlinale im Februar. Aki Kaurismäki macht Schluss, hieß es bald überall, wie traurig, der Chef-Melancholiker des europäischen Kinos hört auf. Wir brauchen sie doch alle paar Jahre, Melodramen von dem großen Finnen, in dessen Filmen die Welt etwas menschlicher aussieht, allen Kriegen, Katastrophen und Kapitalisten zum Trotz. Keiner kann aus der Verzweiflung über die Gegenwart so schöne Funken schlagen wie er. 

17.12.2019 - 20:00

DIE KUNST SICH DIE SCHUHE ZU BINDEN, Swe 2012, R. Lena Koppel

Alex hat zwar eine hohe Meinung von sich selbst, doch die Realität sieht leider anders aus: Er ist arbeitslos und seine Beziehung zu Lisa steht kurz vor dem Ende. Der einzige Job, den ihm das Arbeitsamt anbietet, ist ein Betreuerposten in einem Heim für geistig behinderte Menschen. Widerwillig nimmt er die Stelle an, lernt jedoch dann durch die gemeinsam Arbeit zu schätzen, dass jeder Mensch Talente hat, die es wert sind, gefördert zu werden.

Seit acht Jahren schon üben die geistig behinderten Menschen im Tageszentrum "Paradies" das Schleifenbinden und bekommen es einfach nicht hin. Sie haben keine Lust mehr auf das stupide Training, aber ihre Betreuerin Hanna (Vanna Rosenberg) ist der Meinung, dass ihre Schützlinge alltägliche Fähigkeiten erlernen sollen.

 "Geduld und Struktur" schärft sie dem neuen Mitarbeiter Alex (Sverrir Gudnason) ein, darauf käme es an in der Arbeit mit den Behinderten. Aber der arbeitslose Schauspieler will sich nicht abfinden mit den strengen Regeln. Im täglichen Umgang entdeckt er die Fantasie und musikalische Begabung der "Paradies"-Bewohner und beginnt, mit ihnen Theater zu spielen.

Die Stärke des Films sind die geistig behinderten Darsteller, die ihre Figuren souverän zu eigenen, originellen Charakteren ausbauen. Die dramaturgische Struktur des Filmes hingegen bleibt allzu überschaubar und orientiert sich an den Formatvorlagen von amerikanischen Theater-, Musical- oder Sportfilmen, in denen Außenseiter um ihre Anerkennung ringen und die Ambition nach einem schweren Rückschlag schließlich zum Triumph führt.