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Kommunales Kino Oberkirch
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Programm

17.12.2019 - 20:00

DIE KUNST SICH DIE SCHUHE ZU BINDEN, Swe 2012, R. Lena Koppel

Alex hat zwar eine hohe Meinung von sich selbst, doch die Realität sieht leider anders aus: Er ist arbeitslos und seine Beziehung zu Lisa steht kurz vor dem Ende. Der einzige Job, den ihm das Arbeitsamt anbietet, ist ein Betreuerposten in einem Heim für geistig behinderte Menschen. Widerwillig nimmt er die Stelle an, lernt jedoch dann durch die gemeinsam Arbeit zu schätzen, dass jeder Mensch Talente hat, die es wert sind, gefördert zu werden.

Seit acht Jahren schon üben die geistig behinderten Menschen im Tageszentrum "Paradies" das Schleifenbinden und bekommen es einfach nicht hin. Sie haben keine Lust mehr auf das stupide Training, aber ihre Betreuerin Hanna (Vanna Rosenberg) ist der Meinung, dass ihre Schützlinge alltägliche Fähigkeiten erlernen sollen.

 "Geduld und Struktur" schärft sie dem neuen Mitarbeiter Alex (Sverrir Gudnason) ein, darauf käme es an in der Arbeit mit den Behinderten. Aber der arbeitslose Schauspieler will sich nicht abfinden mit den strengen Regeln. Im täglichen Umgang entdeckt er die Fantasie und musikalische Begabung der "Paradies"-Bewohner und beginnt, mit ihnen Theater zu spielen.

Die Stärke des Films sind die geistig behinderten Darsteller, die ihre Figuren souverän zu eigenen, originellen Charakteren ausbauen. Die dramaturgische Struktur des Filmes hingegen bleibt allzu überschaubar und orientiert sich an den Formatvorlagen von amerikanischen Theater-, Musical- oder Sportfilmen, in denen Außenseiter um ihre Anerkennung ringen und die Ambition nach einem schweren Rückschlag schließlich zum Triumph führt.

14.01.2020 - 20:00

Familienbande: SHOPLIFTERS, Jap 2018; R.Hirokazu Koreeda

Sie klauen alles – eines Tages auch ein kleines Mädchen. Es ergeht ihm aber sehr gut dabei. Hirokazu Kore-edas Film "Shoplifters" handelt vom Glück am asozialen Rand der japanischen Gesellschaft.

Shoplifters gewann in diesem Jahr die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes, und diese Juryentscheidung war die richtige. Der Film ist hinreißend. Kore-eda zeigt ein für westliche Augen ganz ungewohntes Japan, nämlich ganz unten in der sozialen Hierarchie, wo es nicht einmal mehr besonders exotisch zugeht. Trotzdem ist diese Geschichte voller Poesie. Konfliktlos geht es nicht zu, aber es gibt keinen Zorn, keine Anklage, kein Gerechtigkeitspathos. Es werden große Gefühle entfesselt, und doch bleibt das Ganze dezent. Es ist ein in jeder Hinsicht menschlicher Film, leicht und eindringlich und oft ausgesprochen lustig.

Die ausgedehnte Familie Shibata lebt am Rande Tokyos in Armut und hält sich mit Gelegenheitsjobs, Gaunereien und Diebstählen über Wasser. Bei einem Diebeszug in einer kalten Nacht begegnen Vater Osamu und Sohn Shota der kleinen Yuri, die vewahrlost ist und offenbar misshandelt wurde. Osamu nimmt sie kurzerhand mit nach Hause, und sie lebt sich schnell bei der bunten Truppe ein. Doch dann bringt ein Vorfall Geheimnisse zutage, die den Zusammenhalt der Familie empfindlich stören.

28.01.2020 - 20:00

Familienbande: GLÜCKLICH WIE LAZZARO; D/F/I 2018; R. Alice Rohrwachter

Alice Rohrwacher hat mit „Glücklich wie Lazzaro“ ein kleines Kinowunder zwischen Märchen und Sozialrealismus vollbracht.

Der gutmütige Lazzaro lebt als Knecht auf einem italienischen Bauernhof in einem malerischen Dorf, das von der hartherzigen Marquesa Alfonsina de Luna beherrscht und ausgebeutet wird. Eines Tages lernt er Tancredi kennen, den Sohn der Marquesa, der eine wilde Vorstellungskraft besitzt. Als Tancredi Lazzaro bittet, ihm bei seiner eigenen Entführung zu helfen, entsteht zwischen den ungleichen jungen Männern eine Freundschaft, die Lazzaros Leben für immer verändert.

Der Film rückt ihn ins Zentrum, der im Leben ewig am Rande steht: Lazzaro schaut als stiller Zeuge wohlwollend auf alles, was im Kreise seiner bäuerlichen Großfamilie vor sich geht. Er erfüllt seine Pflichten ohne zu klagen, ist immer hilfsbereit, immer arglos und duldsam, verfolgt niemals eigene Interessen. Er ist derjenige, für den in einer fröhlichen Runde kein Marsala mehr übrig ist, und der trotzdem sein Lächeln nicht verliert. Böse gesagt: Lazzaro ist der Depp, den man für alles einspannen und ausnutzen kann. Nett gesagt: Er sieht nur das Gute im Menschen und kann gar nicht anders, als anderen mit Wohlwollen zu begegnen. Ein Naivling? Ein Heiliger? Wie Alice Rohrwacher den jungen Mann um die 20 in der ersten Hälfte des Films inszeniert, scheint es, als müsse die ganze Welt durch seine wachen Augen hindurchgehen, um überhaupt zu existieren.

In sehr lockerer Dramaturgie, mit deutlichen Anklängen an die italienische Filmgeschichte, schildert Rohrwacher in dieser ersten Filmhälfte das so arbeitsreiche wie bitterarme Landleben in einer kaum zu definierenden, verwunschen wirkenden Zeit. Der Ausstattung nach in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesiedelt, scheinen die Bauern des abgeschiedenen Landguts Inviolata zugleich Gefangene in einem mittelalterlich anmutenden Feudalsystem zu sein. Wie Leibeigene werden sie von der Marchesa behandelt, die, einer bösen Märchenkönigin gleich, in ihrem kleinen, doch feinen Schloss residiert und sie ausbeutet. Weitere märchenhafte Elemente und immer wieder einen Hauch von Magie flechten Rohrwacher und ihre Kamerafrau Hélène Louvart (»Pina«) in die Bilder ein, denen das Super16-Filmmaterial eine unmittelbare, plastische Sinnlichkeit des Lichts und der Farben verleiht.

Diese eigenartige Verbindung von Nüchternheit und märchenhafter Poesie schlägt den Betrachter schnell in den Bann, und zur Faszination trägt auch Hauptdarsteller Adriano Tardiolo in seinem allerersten Auftritt als Schauspieler bei, weil er gerade durch seine Zurückgenommenheit zwischen lauter starken ländlichen »Typen« Präsenz gewinnt.

11.02.2020 - 20:00

Umweltfilmreihe: WORAUF WARTEN WIR NOCH? ;F 2016; R. Marie-Monique Robin

Der erste Film der Umweltfilmreihe 2020 des Kommunalen Kino in Kooperation mit PAuLA e.V. und dem BUND-Renchtal über ein begeisterndes Wandel-Projekt ganz in der Nähe im benachbartenb Elsass:

Auf Initiative der Stadt Ungersheim startete 2009 ein partizipatives Demokratieprogramm mit dem Titel "21 Aktionen für das 21. Jahrhundert", das alle Aspekte des täglichen Lebens umfasst: Ernährung, Energie, Verkehr, Wohnen, Geld, Arbeit und Schule. "Autonomie" ist das Schlüsselwort des Programms, das darauf abzielt, die Nahrungsmittelproduktion zu verlagern, um die Abhängigkeit vom Öl zu verringern, die Energie-Bilanz und die Entwicklung erneuerbarer Energien zu fördern und die lokale Wirtschaft durch eine ergänzende Währung (den „Radis)“ zu unterstützen.

 

Der Film „Worauf warten wir noch?“ der Regisseurin Marie-Monique Robin beschreibt den „Transition-Prozess“ der französischen Gemeinde Ungersheim im Elsass. Im Anschluss an den Film stellten Rolf Weber und Claus Gößling von der Regionalgruppe GWÖ-ERW die Gemeinwohl-Ökonomie vor.  Zuerst lief der 5-Minuten-Kurzfilm über die GWÖ und gab den Anwesenden einen groben Eindruck davon, was die GWÖ ist und was sie zum Ziel hat. Trotz oder eher wegen der leider kleinen Teilnehmer*innenzahl ergab sich danach eine sehr konstruktive und gute Diskussion mehr über die GWÖ als über den Film selbst. Wichtige Fragen waren: Wie funktioniert die Zertifizierung? Gibt es schon eine staatliche “Belohnung“ zertifizierter Unternehmen? Wie kann man als ein/e interessierte/r Bürger*in erfahren, welche Unternehmen zertifiziert sind?

03.03.2020 - 20:00

COLONIA DIGNIDAD; D 2015; R. F. Gallenberger

Eine Glaubensgemeinde zwischen Sklaverei und Schuhplattler: Der Film "Colonia Dignidad" erzählt die Geschichte einer deutschen Sekte in Chile. Beeindruckend: Daniel Brühl und Emma Watson in den Hauptrollen.

Während des chilenischen Militärputsches 1973 werden Lena und ihr Freund Daniel von Pinochets Geheimpolizei gefangengenommen. Lena kommt frei, aber Daniel wird in die abgeschottete deutsche Kommune `Colonia Dignidad' verschleppt. Diese ist nach außen ein Musterdorf unter Führung des zwielichtigen Predigers Paul Schäfer, in Wahrheit aber eine tödliche Strafkolonie, die mit der herrschenden Diktatur zusammenarbeitet. Lena schließt sich der Kommune an, um Daniel zu finden und mit ihm zu fliehen.

 

Der Film katapultiert einen Teil deutscher Geschichte zurück in die Öffentlichkeit, der hierzulande in den vergangenen Jahren immer nur ab und an in Form Kleiner Anfragen im Bundestag von Grünen oder Linken auftauchte. Komplett aufgerollt und durchleuchtet ist dieser Abschnitt zumindest bis heute nicht, auch was die Rolle der Deutschen Botschaft in Chile angeht - die Vorwürfe, dass die Verbindungen zwischen Schäfer und Botschaft eng gewesen seien und man Geflohene der Sekte einfach wieder ausgehändigt habe, stehen nach wie vor im Raum. Auch das eine weitere Volte im Film, die umso dramatischer ist, als sie eben keine rein fiktionale, der Spannung geschuldete Idee zu sein scheint: Basis des Drehbuchs waren zahllose Zeugengeschichten.

Und weil diese Aufarbeitung nicht aufhören darf, kann man nicht genug betonen, wie elementar es ist, dass dieser Film so beeindruckend international besetzt ist: Brühl und Watson als deutsches Liebespaar in chilenischer Sektengefangenschaft, Michael Nyqvist (bekannt als Journalist Blomkvist aus der Verfilmung der Stieg-Larsson-Trilogie) in der Rolle des schwiemlig-brutalen Colonia-Dignidad-Gründers Paul Schäfer;

17.03.2020 - 20:00

STYX: D/Ö 2018; R. Wolfgang Fischer

Vor dem Hintergrund der aktuellen Seenotrettungsdebatte, dem Elend der Flüchtenden in seeuntauglichen Booten, dem Geschäft der Schlepper und der Unbarmherzigkeit der europäischen Gesellschaften bei der Frage nach der Aufnahme der Geflüchteten zeigen wir den vielfachpreisgekrönten Spielfilm von Wolfgang Fischer:

Wolfgang Fischers Drama STYX mit Susanne Wolff erzählt auf eindringliche Art von einer starken Frau, die allein auf hoher See einem kenternden Boot mit Flüchtenden begegnet – und nun die schwierigste Entscheidung ihres Lebens treffen muss.

Ganz alleine auf hoher See, unterwegs zu einer fast einsamen Insel – das ist der Traum von Rike, den sie sich nun endlich erfüllt. Sie mietet ein Segelboot und begibt sich von Gibraltar aus auf die lange Reise nach Ascension Island. Bis auf ein paar Funksprüche hier und da ist sie dabei nur auf sich gestellt. Doch Rike fühlt sich stark und gegen die Widrigkeiten gewappnet – bis sie eines Tages durch ihr Fernglas blickt und in nicht allzu großer Entfernung ein kenterndes Boot mit Flüchtenden entdeckt. Viele Menschen drohen zu ertrinken, einige springen ins Wasser, sie winken und schreien um Hilfe. Als mehrere Notrufe an die Küstenwache ins Leere laufen oder abgeblockt werden und keines der umliegenden Schiffe zur Hilfe eilt, muss Rike eine Entscheidung treffen: Soll sie helfen und dabei riskieren, selbst in Gefahr zu geraten? Oder soll sie nach Anweisung der Küstenwache Abstand halten und dabei zusehen, wie Menschen sterben? In seinem Film STYX wählt Regisseur Wolfgang Fischer einen ungewöhnlichen Einstieg.

Die Bilder von in Schlauchbooten, Fischkuttern und anderen Nussschalen auf dem Meer treibenden Flüchtlingen sind zum Sinnbild für die Migrationsdebatte geworden. Daran knüpft Wolfgang Fischer mit seinem Hochseedrama "Styx" an. Der Filmtitel deutet allerdings schon an, dass er das Thema auf allegorischen Gewässern verhandelt. Der Styx ist ein Fluss der Unterwelt, die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten. Hier auf dem "Wasser des Grauens" - das bedeutet der Name "Styx" - stellt der Film die moralischen Fragen, die Rike ebenso überfordern wie die westlichen Gesellschaften: Wegschauen und weitersegeln, während sich vor den Augen eine humanitäre Katastrophe abspielt, geht nicht. Aber soll man Einzelne retten und viele andere sterben lassen? Oder versuchen, allen zu helfen, auch wenn das eigene Boot dabei sinkt?

31.03.2020 - 20:00

Thema Demenz: DAS INNERE LEUCHTEN; D 2019; R. Stefan Sick

Zwei Jahre lang begleitet Regisseur Stefan Sick Demenz-Erkrankte in einem Pflegeheim. Daraus ist jetzt ein sensibler und berührender Dokumentarfilm entstanden, den das Kommunale Kino Oberkirch in Kooperation mit dem Team des Pflegestützpunkt Achern-Renchtal präsentiert:

Fast schwebend bewegt sich Herr Volz durch die Gänge, tanzend folgt er einer inneren Musik, bisweilen sitzt er versonnen und dirigierend auf dem Sofa, als leite er seinen eigenen Chor. Herr Volz ist dement. Er lebt im Gradmann-Haus, einem Pflegeheim für Demenzkranke in Stuttgart. Zwei Jahre lang hat der Filmemacher Stefan Sick in der Einrichtung gedreht, hat Menschen beobachtet, denen nahezu ihr ganzes Leben abhandengekommen ist, wie der ­alten Dame, die einmal eine erfolgreiche Fotografin mit eigenem Studio war, sich aber auch angesichts alter Fotos nicht mehr an ihre Vergangenheit erinnert, ebenso wenig wie der Mann, der immer aufs Neue seinen Geldbeutel sucht.

Wie geht man als Filmemacher mit einem solchen Thema um? Wie nahe darf man an Menschen herantreten, die nicht wissen, dass sie eine Rolle in einer Dokumentation spielen? In dem Zwischenreich, das diese Menschen bewohnen, gibt es keine sinnstiftenden Lebenszusammenhänge mehr, keine Kommunikation im üblichen Sinn. Die Vergangenheit ist verloren, und selbst die Gegenwart lässt sich allenfalls für Sekunden festhalten. Stefan Sick nähert sich den Kranken behutsam, minutenlang ausschließlich beobachtend, auf erläuternde Kommentare, Schilderungen von Biografien oder andere Informationen verzichtet er.

Zwei Jahre lang hat der Filmemacher Stefan Sick im Gradmann-Haus, einem Pflegeheim in Stuttgart, Bewohner mit Demenz beobachtet – zurückhaltend, voller Respekt für diese Menschen, die keine Vergangenheit mehr haben. Eine Fotografin erkennt ihre eigenen Bilder nicht mehr, viele wissen nicht mehr, dass sie Verwandte haben, ihr Leben hat sich aufgelöst.

Schöne Landschaftsbilder, die Sick in seinen Film schneidet, stehen für den Wechsel der Jahreszeiten, den Kreislauf der Natur. Im Mittelpunkt dieses Berlinale-Films aber steht Herr Volz, der durch die Gänge tanzt, manchmal dirigiert er, als höre er eine innere Musik. Es sind solche glücklichen Momente, die dem Film, der die Trauer, Wut und Furcht der Patienten nicht verschweigt, seine Schönheit verleihen. Sie zeigen, dass auch diese Menschen, deren Innenleben uns verborgen bleiben muss, tiefe Freude empfinden.

Das Pflegepersonal in diesem sehr sensiblen Film ist so freundlich und mitfühlend, dass man inständig hofft, es möge überall in unserem immer älter werdenden Land so sein.

28.04.2020 - 20:00

VOGELFREI; F 1985; R.Agnes Varda

Der Film kann mit drei Worten definiert werden: Weite, Rebellion und Einfachheit.

Die winterlich kahlen Weinberge im Süden Frankreichs: Ein marokkanischer Landarbeiter findet in einem Graben die Leiche einer jungen Frau in abgerissenen Kleidern. Einige Menschen erinnern sich an die vagabundierende Mona, die in den letzten Monaten ihren Weg kreuzte.

Agnes Varda erhielt für "Vogelfrei" den Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig 1986. Ihre faszinierende Hauptdarstellerin Sandrine Bonnaire erhielt den César als beste Schauspielerin des Jahres.

Die winterlich kahlen Weinberge im Süden Frankreichs: Ein marokkanischer Landarbeiter findet in einem Graben die Leiche einer jungen Frau in abgerissenen Kleidern. Einige Menschen erinnern sich an die vagabundierende Mona, die in den letzten Monaten ihren Weg kreuzte.

"Mona ist eine Person, die immer extreme Reaktionen auslösen wird, weil sie nie Opfer ist, nie bedauernswert. Der Film kann mit drei Worten definiert werden: Weite, Rebellion und Einfachheit. Ich wollte einen bewegenden Film machen, der auch über einige Begriffe wie den der Freiheit meditiert und der ein gut ausgedachtes Puzzle ist, bei dem aber einige Stücke fehlen", so Regisseurin Agnès Varda über die Hauptfigur und das Thema ihres Films, mit dem sie nach neun Jahren Arbeit mit Kurz- und Dokumentarfilmen eindrucksvoll wieder in die Spielfilmszene zurückkehrte und prompt den Goldenen Löwen in Venedig gewann. Ihre faszinierende Hauptdarstellerin Sandrine Bonnaire erhielt den César als beste Schauspielerin des Jahres. Trotz der quasidokumentarischen Betrachtungsweise vermittelt die Geschichte ein hohes Maß an Betroffenheit und regt die Frage nach dem Sinn der damaligen Lebensbedingungen an.