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Kommunales Kino Oberkirch
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Programm

28.04.2020 - 20:00

VOGELFREI; F 1985; R.Agnes Varda

Der Film kann mit drei Worten definiert werden: Weite, Rebellion und Einfachheit.

Die winterlich kahlen Weinberge im Süden Frankreichs: Ein marokkanischer Landarbeiter findet in einem Graben die Leiche einer jungen Frau in abgerissenen Kleidern. Einige Menschen erinnern sich an die vagabundierende Mona, die in den letzten Monaten ihren Weg kreuzte.

Agnes Varda erhielt für "Vogelfrei" den Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig 1986. Ihre faszinierende Hauptdarstellerin Sandrine Bonnaire erhielt den César als beste Schauspielerin des Jahres.

Die winterlich kahlen Weinberge im Süden Frankreichs: Ein marokkanischer Landarbeiter findet in einem Graben die Leiche einer jungen Frau in abgerissenen Kleidern. Einige Menschen erinnern sich an die vagabundierende Mona, die in den letzten Monaten ihren Weg kreuzte.

"Mona ist eine Person, die immer extreme Reaktionen auslösen wird, weil sie nie Opfer ist, nie bedauernswert. Der Film kann mit drei Worten definiert werden: Weite, Rebellion und Einfachheit. Ich wollte einen bewegenden Film machen, der auch über einige Begriffe wie den der Freiheit meditiert und der ein gut ausgedachtes Puzzle ist, bei dem aber einige Stücke fehlen", so Regisseurin Agnès Varda über die Hauptfigur und das Thema ihres Films, mit dem sie nach neun Jahren Arbeit mit Kurz- und Dokumentarfilmen eindrucksvoll wieder in die Spielfilmszene zurückkehrte und prompt den Goldenen Löwen in Venedig gewann. Ihre faszinierende Hauptdarstellerin Sandrine Bonnaire erhielt den César als beste Schauspielerin des Jahres. Trotz der quasidokumentarischen Betrachtungsweise vermittelt die Geschichte ein hohes Maß an Betroffenheit und regt die Frage nach dem Sinn der damaligen Lebensbedingungen an.

12.05.2020 - 20:00

Reihe Agnes Varda: Augenblicke - Gesichter einer Reise; F 2017

Die 89-jährige Regie-Ikone Agnès Varda und der 33-jährige Streetart-Künstler JR machen sich mit ihrem einzigartigen Fotomobil auf, um Frankreichs Menschen und ihre Geschichten zu entdecken und zu verewigen: in überlebensgroßen Porträts an Fassaden, Zügen und Schiffscontainern. Von der Provence bis zur Normandie widmen sie ihre Kunst den Menschen – sei es dem Briefträger, dem Fabrikarbeiter oder der letzten Bewohnerin eines Straßenzugs im ehemaligen Bergbaugebiet. Landschaften verwandeln sich in Bühnen, Gesichter erzählen von vergessenen Geschichten und aus Blicken werden Begegnungen von Herzlichkeit und Humor.

Madame Agnès ist eine lebhafte Zuhörerin. Die Wissbegier der zierlichen Filmemacherin mit der munter gefärbten Pilzkopfrisur ist so unverstellt und ermutigend, dass sie auch Menschen zum Erzählen bringt, die es nicht gewohnt sind und die im Kino eigentlich nie vorkommen: alte Bäuerinnen, junge Landarbeiter. In ihrem jüngsten Dokumentarfilm Augenblicke: Gesichter einer Reise sind die wahren Sehenswürdigkeiten der Orte, die Agnès Varda besucht, stets die Frauen und Männer, die dort leben.

Varda mag eine altgediente Avantgardistin sein, ihre Filme führen weiterhin ein vergnügtes, gar nicht trotziges Nischendasein bei einem weltweiten Publikum. Am 30. Mai 1928 wurde Varda im Brüsseler Stadtteil Ixelles geboren und fing nach dem Zweiten Weltkrieg an, als Fotografin zu arbeiten. Ihre Filme verraten zwar einen nachdrücklich weiblichen Blick – Die eine singt, die andere nicht von 1977 zeigt beispielsweise Vardas brennendes Interesse an unterschiedlichen Frauenbiografien –, als Gallionsfigur des Feminismus ließ sie sich dennoch nie vereinnahmen. Allzu hingebungsvoll erkundete sie in ihren Spielfilmen der Sechzigerjahre Entwürfe familiären Glücks, in denen sich auch die Innigkeit ihrer Ehe mit ihrem Kollegen Jacques Demy spiegelte.

Vardas Nostalgie ist entschieden lebenszugewandt und findet stets in die Gegenwart zurück. Ihre Schaulust ist zielgerichtet. Varda erwartet nicht, etwas bestätigt zu finden, sondern überrascht zu werden. Deswegen lässt sie auch in Augenblicke: Gesichter einer Reise andere sprechen und erfährt dabei viel über sich selbst.

Sie habe eigentlich keine Karriere gemacht, sagt sie von sich, sondern einfach das Leben einer Filmemacherin geführt. Erfolgreich war es allerdings schon. 2015 erhielt sie auf dem Filmfestival in Cannes die Ehrenpalme und im vergangenen Winter den Ehrenoscar (als älteste Person überhaupt) ­ jeweils für ihr Lebenswerk. Varda begreift die Preise wohl weniger als Höhepunkte ihres Schaffens denn als Wegmarken. So nutzte sie jüngst ihre Ehrenpalme in Cannes noch einmal dafür, auf die ungleiche Behandlung von Frauen im Filmgeschäft hinzuweisen.

26.05.2020 - 20:00

Umweltfilmreihe: DIE WIESE; D 2019; R.: Jan Haft

PAuLA e.V. und BUND-Renchtal zeigen in der Mediathek Oberkirch zusammen mit dem Kommunalen Kino den preisgekrönten Dokumentarfilm DIE WIESE  des bekannten Naturfilmers Jan Haft. Manche Filme kommen gerade zur richtigen Zeit ins Kino. »Die Wiese – Ein Paradies nebenan« ist so ein Film. Wer besser verstehen will, warum das Volksbegehren "Pro Biene" zum Insektenschutz, das den Schutz der Bienen forderte, aber natürlich alle Insekten meint, weit über Baden-Württemberg hinaus so wichtig ist, wird um ihn nicht herumkommen.

Sie ist das Paradies nebenan - die Wiese. Nirgendwo ist es so bunt, so vielfältig und so schön, wie in einer blühenden Sommerwiese. Hunderte Arten von Vögeln, Heuschrecken, Zikaden und anderen Tieren leben zwischen den Gräsern und farbenprächtig blühenden Kräutern der Wiese. Das Zusammenspiel der Arten, die Abhängigkeit der Tiere und Pflanzen voneinander, macht die Blumenwiese zu einem Kosmos, in dem es unendlich viel zu entdecken gibt. Eine faszinierende Welt, in der ein Drittel unserer Pflanzen- und Tierarten zu Hause ist.

In nie gesehenen Bildern und mit großem, technischen Aufwand gedreht, stellt die Dokumentation einige der schönsten, liebenswertesten und skurrilsten Bewohner unserer Wiese vor. Die Hauptdarsteller des Filmes sind junge Reh-Zwillinge, die ein Leben zwischen Waldrand und Wiese führen und den Zuschauer mitnehmen auf ihre Abenteuer.

DIE WIESE – EIN PARADIES NEBENAN führt die Zuschauer in eine Welt, die jeder zu kennen glaubt, und die doch voller Wunder und Überraschungen steckt und deren Fortbestehen immer gefährdeter ist.

Bitte beachten: Wir zeigen DIE WIESE um 20 Uhr in der Mediathek in Oberkirch.

 

Ein Paradies »von nebenan« nennt der Autor die Wiese und verweist auf etwas, das scheinbar alltäglich, normal, also gleich nebenan zu finden ist. Aber die sakrale Musik der einführenden Szenen verrät es: Das Biotop Wiese ist mehr – ein Stück Schöpfung, die der Mensch sogar mitgestaltet hat. Und jetzt ist er dabei, es immer rascher zu vernichten. Die Fakten sind bekannt, das Artensterben nimmt auf dramatische Weise zu. Jan Haft, Deutschlands derzeit erfolgreichster Naturfilmer, zeigt uns, was wir verlieren.

Die Idee ist eigentlich gar nicht neu. »Mikrokosmos – Das Volk der Gräser« lief schon 1996 in den Kinos und hat uns die Augen geöffnet für eine scheinbar vertraute Welt. Auch die ersten Warnungen vor dem zunehmenden Verlust der biologischen Vielfalt ertönten schon vor Jahrzehnten – und doch werden immer raffiniertere Gifte gesprüht, wird viel zu viel Jauche aus industrialisierter Viehwirtschaft über die Wiesen entsorgt. Und mit immer größeren Maschinen ackert man – manchmal sogar im Namen des Klimaschutzes – Wiese für Wiese um, pflastert unsere einstige Kulturlandschaft mit Maisöden zu, lässt Wildpflanzen, Insekten und Vögel verschwinden.

23.06.2020 - 20:00

Reihe "An der frischen Luft": WEIT; D 2017

Patrick Allgaier und Gwendolin Weisser stammen aus Freiburg und hatten den Film zunächst nur als Erinnerung für ihre Familie und die Freunde gedacht, die sie unterstützt hatten, doch bald zeigte sich, dass er sehr viel mehr Menschen ansprach. "Weit" wurde 2017 im Kino zum erfolgreichsten Dokumentarfilm im deutschsprachigen Raum, und 2018 ging die Erfolgsgeschichte weiter.In ihrem ermutigenden und hoffnungsvollen Film folgen die Zuschauer den Reisenden von Land zu Land bei ihren faszinierenden Begegnungen und Abenteuern, die sie mit der Handykamera dokumentierten. - Erfolgreichster Dokumentarfilm des Jahres 2017.

"Uns zieht es hinaus. Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen. Und das alles über Land. Nie den Kontakt zur Erde verlieren. Immer Strecke spüren. Über die Meere mit dem Schiff, denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen, mit Zeit reisen. Wir lernen Grenzen kennen. Wollen lernen, was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet."

Mit diesen Vorsätzen machten sich die Filmemacher auf den Weg und versuchten, das auch in der Montage ihres Films zu vermitteln. Der Zuschauer wird in ein anderes Zeitgefühl und die besondere Aufmerksamkeit für die Details in Natur und Alltag hineingezogen. Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier ist es gelungen, kulturelle Grenzen und ganz praktische Hindernisse zu überwinden, indem sie den Menschen vertrauten, die ihnen begegneten. So demonstriert der einnehmende und immer wieder bewegende Film Weltoffenheit im besten Sinn.