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Kommunales Kino Oberkirch
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Programm

11.12.2018 - 20:00

BROT UND TULPEN; I/CH 2000; R: Silvio Soldini

Wir haben BROT UND TULPEN schon einmal im KoKi gezeigt, aber er passt so gut in die Reihe und ist so bestrickend......

Rosalba ist Hausfrau, Mitte vierzig und ein wenig schusselig. Immer wieder verlegt, vergisst oder verliert sie irgendetwas. Bei einer Busreise kommen ihr auf einer Autobahnraststätte in Süditalien ihre Ohringe abhanden. Während Rosalba noch sucht, fährt die Reisegesellschaft ohne sie weiter. Im Bus sitzen ihr Ehemann und ihre beiden Söhne. Per Anhalter macht sie sich auf den Weg in Richtung Heimatstadt Pescara, landet aber in Venedig, der Stadt ihrer Träume. Warum nicht den Sonntag in Venedig verbringen? Sie bleibt auch noch den nächsten Tag, die ganze Woche und noch länger. Als sie den melancholischen Kellner Fernando kennen lernt, nimmt sie kurzerhand einen Job als Floristin an. Rosalba entdeckt mit jedem weiteren Tag in der Lagunenstadt ein neues Leben - ihr eigenes Leben...

"Betörend: die grossen, staunenden Augen, mit denen Rosalba in den Spiegel ihrer Träume blickt. Grandios: der komödiantische Charme, mit dem Bruno Ganz die Tragik Fernandos umhüllt. Uberwältigend: Venedig. Soldini lässt die Sehenswürdigkeiten und Gondoliere beiseite, er zeigt die verwinkelten Gassen und düsteren Kammern des Stadtlabyrinths als Seelenlandschaft der Erwartung."

18.12.2018 - 20:00

Jahresabschlussfilm: FLORENCE FOSTER JENKINS; GB/F 2016; R: S. Frears

Florence Foster Jenkins (gespielt von Meryl Streep) gehört wohl zu den schrägsten Gestalten der Musikgeschichte. Die betagte Erbin könnte sich eigentlich auf ihrem unermesslichen Reichtum ausruhen. Als große Opernliebhaberin hat sie jedoch einen Traum: Florence möchte sich der Gesangskunst widmen und endlich selbst auf der Bühne die Massen begeistern. Dummerweise hat sie eine schrecklich schiefe Stimme, die jedem Zuhörer die Tränen in die Augen treibt. Ihr wohlmeinender Mann St. Clair Bayfield (Hugh Grant) will ihr die Illusionen nicht nehmen und stellt den talentierten Pianisten Cosmé McMoon  und den Gesangslehrer Carlo Edwards (David Haig) ein. Die beiden sollen Florence loben und sie vor scharfzüngigen Kritikern schützen. Doch Bayfield muss schnell erkennen, in welches Schlamassel er sich da geritten hat. Florence plant in der Carnegie Hall, einem der renommiertesten Konzertsäle in New York, aufzutreten…

Die letzten Monate ihres außergewöhnlichen Lebens hat Kultregisseur Stephen Frears in einen Film verwandelt. Und charmanter, ergreifender – und dazu witziger – kann man das nicht machen. Was für ein Glücksfall, dass er Meryl Streep für die Rolle der musikverliebten Lady begeistern konnte.

New York um 1940. Eine ältere Dame steht am Flügel und probt eine Arie. "Das Gaumensegel heben!", ermuntert ihr sichtlich begeisterter Gesangslehrer. Ein schiefes Heulen erfüllt den Salon. "Nutzen Sie die Luft!", stachelt der Lehrer weiter an, während sich der schmale Pianist, der die beiden begleitet, angesichts der immer grässlicheren Dissonanzen um Contenance bemüht. "Und jetzt dehnen Sie das Zwerchfell!", übertönt eine letzte Anfeuerung das neben jedem Ton liegende Gejaule. Dann verliert es sich endlich in einem Röcheln.

 Willkommen in der Welt der Florence Foster Jenkins.